INFO - SSD
INFO - SSD
In mobilen Geräten wie Handys und MP3-Playern dominiert Flash-Speicher gegenüber ferromagnetischen Festplatten schon seit längerem. Nun hält die Flash-Disk - die gängige Bezeichnung lautet Solid State Drive / Disk (SSD) - zunehmend auch Einzug im Computer. Insbesondere Netbooks und Subnotebooks wie das Macbook Air haben die SSD salonfähig gemacht.
Kontinuierlich sinkende Preise für Flash-Speicher bei gleichzeitig rasant ansteigender Kapazität der neuen SSD-Modelle setzen genau bei den Nachteilen an, mit der die Technik noch zu kämpfen hat: Je nach Kapazität und Flash-Speicher-Technik liegt der GB-Preis für SSDs zwischen 2 und 13 Euro. Für 2,5-Zoll-Laufwerke mit klassischer Magnettechnik muss der Kunde hingegen 20 bis 50 Cent pro Gigabyte berappen. Durchschnittlich kostet das Gigabyte bei einer Solid State Disk im jeweils günstigsten Fall also noch zehnmal so viel. Die Kapa zitätslücken sind dagegen weitgehende geschlossen: 512-GB-Modelle gibt es unter anderem von A-Data, Kingston, OCZ, Super Talent oder Toshiba. OCZ bietet sogar eine Terabyte-SSD an - zum stolzen Preis von fast 4.000 Euro. Deutlich ungünstiger fällt der Vergleich mit 3,5-Zoll-Festplatten aus, schließlich denken der eine oder andere unter Ihnen darüber nach, mittelfristig eine SSD auch im Desktop-PC einzusetzen. Bei den Dickschiffen reicht der Gigabyte-Preis aktuell von 8 Cent bis 1,20 Euro. Im günstigsten Fall kostet bei dieser Gegenüberstellung das Gigabyte einer Solid State Disk also ungefähr zwanzigmal so viel.
Geräuschlos, sparsam und kaum kaputt zu kriegen
Kommen wir nun zu den Vorteilen, die SSDs gegenüber herkömmlichen Festplatten haben: Eine Solid State Drive arbeitet gänzlich ohne bewegliche Teile, ergo erzeugt die Festplatte auch kein Betriebsgeräusch. Zudem sind SSDs dadurch auch viel robuster als ferromagnetische Laufwerke, die im Betrieb Erschütterungen von maximal 350 G vertragen, während SSDs bis zu 1500 G aushalten. Keine beweglichen Teile zu haben, macht SSDs obendrein unempfindlicher gegenüber übermäßiger Wärmeentwicklung: Sie vertragen eine Betriebstemperatur von bis zu 70 Grad Celsius, während herkömmliche 2,5-Zoll-Modelle bereits ab 55 Grad Celsius die Segel streichen. Und sparsamer im Stromverbrauch sind SSD auch noch. Vor allem im Leerlauf glänzen sie mit extrem niedrigen Werten zwischen 0,06 und 0,6 Watt, während sich klassische 2,5-Zoll-Platten zwischen 0,5 und 2,0 Watt genehmigen. Aber auch die Verbrauchswerte unter Last liegen in einem genügsamen Bereich zwischen 0,15 und 2,5 Watt, insbesondere die Intel X25-M SSDSA2MH080G1 spielt hier mit 0,06 sowie 0,15 Watt eine Vorreiterrolle. All diese Eigenschaften prädestinieren SSD insbesondere für den Einsatz im Notebook und lassen klassische Scheibendreher schlecht aussehen.
Technik: Das sollten Sie über SSDs wissen
Während herkömmlichen Festplatten eine Datenscheibe magnetisieren, um Informationen zu speichern, nutzen SSDs dazu elektrische Ladungszustände in Speicherzellen. Anders als etwa beim Arbeitsspeicher bleiben die Ladungszustände auch erhalten, wenn Sie die SSD von der Stromzufuhr trennen - nur deswegen lässt sich die SSD als Massenspeicher nutzen. Für die Datenspeicherung kommen grundsätzlich zwei Techniken zum Einsatz: Die Single Level Cell (SLC) speichert mit einer fest definierten Spannung nur ein Bit pro Flash-Zelle. Die Technik Multi Level Cell (MLC) sichert bis zu vier Bit pro Speicher-Zelle, muss allerdings beim Auslesen unterschiedliche Spannungen anlegen. MLC-Chips erlauben daher höhere Speicherkapazitäten pro Fläche und sind deshalb auch deutlich preisgünstiger als ihre SLC-Kollegen. Letztere sind dafür leistungsfähiger und grundsätzlich langlebiger.
Informationen